Halde Haniel in Bottrop: Totems auf Monte Schlacko.

Mit 159 Metern ist die Halde Haniel in Bottrop eine der höchsten Halden im Ruhrgebiet – und die abwechslungsreichste. Neben dem Kreuzweg und dem Gipfelkreuz sind die Installation Totems und die Bergarena die absoluten Stars.

Schwarz auf der einen Seite, grüne Natur auf der anderen: Die Halde Haniel ist ein Freizeitallrounder für Spaziergänger, Hundeausführer, Mountainbiker, Drachenlenker, Natur-, Kunst- und Kulturfreunde sowie ambitionierten Fotografen und bietet Ruhrgebiet pur. Denn hat man erst das 1987 von Papst Johannes Paul II geweihte und 1992 auf der Halde aufgestellte Gipfelkreuz erreicht, bietet sich ein toller Blick über das gesamte Revier mit seinen Halden und Landmarken, Städten und Autobahnen, grünen Arealen und industriellen Gebieten.

Halde Haniel

Los geht der Aufstieg direkt an der Schachtanlage Prosper-Haniel. Entlang der breiten Wege hinauf zum Haldengipfel sind auf dem Kreuzweg 15 Stationen mit christlichen Motiven, Rohrfederzeichnungen der Ordensfrau Tisa von der Schulenburg, errichtet, die jeweils durch Elemente aus dem Bergbau wie einer Steinkohlelore oder einem Abraumhammer begleitet werden.

Dann nähert man sich langsam dem Gipfelkreuz bis es sich herrschaftlich in den Himmel erhebt. Voll ist es hier nicht nur am Karfreitag, wenn sich tausende gläubige Ruhrstädter nach der traditionellen Kreuzwegsprozession zum Gottesdienst auf der Halde treffen.

Halde Haniel mit Totems

Schon lange kein Geheimtipp mehr

Bei schönem Wetter ist hier eine Menge los. Familien mit Kindern toben auf dem Haldenplateau, man lässt Lenkdrachen steigen, Mountainbiker machen Rast. Geht man weiter die Halde hinauf, wird die Landschaft immer karger und man erreicht einen Bereich der Halde, der eher einer Mondlandschaft als einer Industrienatur gleicht. Dieser schwarze Teil der Halde Haniel hat durchaus seinen Reiz und ist inzwischen eines der absoluten Highlights im Ruhrgebiet. Befremdlich und zugleich wunderschön erheben sich die bunten „Totems“ aus dem Gestein.

Halde Haniel mit Totems

Zum Sonnenuntergang wird es nahezu mystisch

Geschaffen hat die einzigartige Installation „Totems“ der baskische Maler und Bildhauer Agustín Ibarrola aus über einhundert Eisenbahnschwellen. 2002 wurden sie aufgestellt, sie verbinden die „scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur“. Sie stehen dort oben wie Zuschauer in einer Reihe, nicht ganz akkurat in Zweier- oder Dreiergrüppchen, am Rande des abschüssigen Berges in Richtung Bergarena. Einige Stelen stehen weiter unten, als hätten sie sich auf den Weg gemacht. Andere stehen etwas hinter der langen Reihe, als kämen sie noch hinzu.

Die leuchtenden Farben der „Totems“ bilden einen starken Kontrast zu dem Schwarz des Umfeldes, ihr Licht- und Schattenspiel sorgt für permanenten Wandel des Ortes. Zum Sonnenuntergang steigert sich dieser Effekt weiter und es wird nahezu mystisch hier oben.

Halde Haniel mit Totems

Ebenso viel Aufmerksamkeit wie die „Totems“ bekommt auf der Halde Haniel auch die Bergarena. Die wohl ungewöhnlichste Theaterspielstätte des Ruhrgebiets ist in die unwirklich Landschaft eingelassen, beinahe wie der Stöpsel einer Badewanne.

Die Bergarena wird seit 1999 für Open Air-Aufführungen genutzt und bietet 800 Zuschauern Platz.


[Text und Fotos: Silke König]

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